Hepos Reloaded Teil 2

Hepos Reloaded Teil 2

Wie versprochen kommt hier der zusätzliche Artikel über den Hepos. Darin möchte ich genre etwas näher auf die Änderungen und die richtige Einstellung eingehen.

Eine große offensichtliche Änderung bei der neuen Platine ist die Verwendung von 2W-Widerständen anstatt der parallel geschalteten, kleineren Typen. Damit kommt dann auch eine eher ungewollte Änderung einher. Ursprünglich war ein Kathodenwiderstand von 7,5kOhm für die zweite Triodenhälfte vorgesehen. So ein Wert war beim Händler des Vertrauens nicht zu bekommen. Deswegen habe ich kurzerhand den nächst kleineren Wert von 6,8kOhm eingesetzt. Dadurch steigt der Strom etwas an, liegt mit ca. 7mA aber noch voll im Rahmen.

Eine weitere kleine Modifikation habe ich am Kathodenwiderstand der Eingangstriodenhälfte vorgenommen. Damit die Anodenspannung ca. auf der halben Betriebsspannung liegt, war es nötig den Kathodenwiderstand etwas zu verringern. Dadurch steigt auch hier der Strom etwas an und es fällt mehr Spannung am Anodenwiderstand ab. Man kann den benötigten Widerstandswert auch annäherungsweise mit folgender Formel berechnen:

Rk = (Ra – rp) / (mu + 1)

In der Praxis passt der errechnete Wert aber nicht immer hundertprozentig, und so bin ich durch ausprobieren bei 220Ohm gelandet. Damit pendelt sich die Spannung an der Anode bei ca. 47V ein. Bei der von mir verwendeten Betriebsspannung von 95V ist das ein sehr gutes Ergebnis.

Einige werden sich jetzt vielleicht Fragen: Warum 95V und nicht 85V? Das liegt zum Einen daran, dass ich keine anderen Widerstände zur Anpassung der Spannung auf dem HV-Board da hatte und später dann schlichtweg zu faul war das noch einmal zu ändern. Aber wie schon damals in der Klang und Ton geschrieben wurde, tun ein paar Volt mehr der Sache keinen Abbruch.

Nicht zu faul war ich, als es darum ging dem Hepos ein paar Messwerte zu entlocken.
Alle Messungen wurden bei 1V am Ausgang gemacht. Ich denke sowohl der Frequenzgang, als auch das Klirrspektrum, weisen keine Auffälligkeiten auf und können sich durchaus sehen lassen.

Der Aikido Preamp

Der Aikido Preamp

Eines meiner großen Laster ist, bereits entschiedene Konzepte kurz vor Ende noch einmal über den Haufen zu werfen und alles anders zu bauen. So auch beim Aikido. Denn mit den eigentlichen Platinen in meinem Testaufbau höre ich jetzt schon eine ganze Weile Musik. Aber eine Planänderung und Lieferschwierigkeiten bei den Platinen haben dazu geführt, dass ich den Artikel verschieben musste. Zum Leidwesen des Hepos. Denn den habe kurzerhand dazwischen geschoben, weswegen die Vorstellung auch etwas schmal ausgefallen ist. Aber es spricht ja auch nichts gegen einen zweiten Teil.

Der Aikido-Preamp ist eine der wenigen modernen Schaltungen, entwickelt vom Röhren-Guru John Broskie. Durch die spezielle Topologie werden Störgeräusche sehr gut unterdrückt, was ich auch bestätigen kann. Wenn ich meine Aufbauten das erste Mal anschließe und einschalte, bin ich immer beruhigt wenn ein leichtes Brummen oder Rauschen aus den Lautsprechern kommt. Das heißt für mich, dass die Anlage an ist und es losgehen kann. Verbunden mit meinen BJT-F5 wahr aber totenstille. Mit leicht flauem Gefühl im Magen die Nadel in die Rille gelegt, Gott sei Dank, es kommen Töne aus den Lautsprechern.

Bei der Spannungsversorgung habe ich auch auf bewährtes zurückgegriffen. Die Hochspannung wird vom Salas HV-Shunt-Regulator zur Verfügung gestellt. Die Schaltung hat eine ausgezeichnete Ripple-Rejection und die Ausgangsspannung lässt sich per Poti auf den gewünschten Wert einstellen.

Die Heizung wird von einer klassischen Spannungsreglerschaltung versorgt. Wobei hier zwei LM350 parallel arbeiten, um den Stromdurst der Röhren zu stillen.

Das Zusatzfeature bei diesem Projekt stellt die „Power-Control“ Platine dar. Sie kontrolliert das Netz- und die Ausgangsrelais. Durch drücken des Tasters auf der Front zieht das Netzrelais an und der Trafo wird mit Strom versorgt. Die Ausgangsrelais ziehen erst an, wenn alle Betriebsspannung stabil anliegen und der Preamp einsatzbereit ist. Diesen Zeitinterval kann man über die Kodierschalter auf der Platine auswählen. Die Aufwärmphase wird durch Blinken des LED-Rings im Taster angezeigt. Sind die Ausgänge freigeschaltet, leuchtet der Ring dauerhaft. Durch erneutes drücken auf den Taster fallen alle Relais sofort ab und das Gerät befindet im Stand-By.

Neues habe ich auch bei der Lautstärkeregelung probiert. Hier kommt ein Stufenschalter mit 24 Positionen von EIZZ zum Einsatz. Das ist zwar nicht unbedingt ein Schnäppchen, aber das Ding hat eine sehr tolle Haptik und verhält sich klanglich sehr neutral. Bisher habe ich den Kauf jedenfalls nicht bereut.

Aber auch insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem Preamp. Klanglich mit das Beste was ich bisher gebaut habe. Das belegen auch die Messergebnisse. Der Klirrfaktor bewegt sich bei niedrigen 0,03% und der Frequenzgang weist auch keine Auffälligkeiten auf.

Als Fazit kann man sagen, dass der Aufwand einer Schaltung mit vier Röhren (plus Gleichrichterröhre) sich durchaus lohnt und der Nachbau sich allemal rentiert.

Hepos Reloaded

Hepos Reloaded

Nachdem ich mich in letzter Zeit viel mit Röhrenvorstufen auseinandergesetzt habe, wurde mir erst jetzt das wahre Potential der Hepos-Vorstufe bewusst.
Meine damaliger Hepos wurde aufgrund von vielen verschiedenen Versuchen geschlachtet und steht somit für aktuelle Vergleiche nicht mehr zur Verfügung. Und da ich dafür aber schon lange keine Platinen mehr hatte, musste was neues her. Die jetzige Platine ist mit 10x10cm etwas kompakter ausgefallen.

Schon bei den ersten Versuchen mit der Platine hat sich gezeigt, dass man die Vorstufe schön an seine eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Das ist natürlich mit etwas Basteln und Ausprobieren verbunden. Aber in meinen Augen ist es gerade das, was bei dem Hobby Spaß macht.

Die Inbetriebnahme gestaltet sich äußerst unspektakulär. Hat man alle Spannungen kontrolliert und den Arbeitspunkt korrekt eingestellt, kann man auch schon Musik hören. Und das mach richtig viel Laune. Zusammen mit meinen BJT-F5 gibt es ein tolles Gespann ab.

Im Vergleich mit anderen Röhrenvorverstärker gefällt mir die etwas schlechtere PSRR nicht so sehr. Sprich man braucht eine möglichst saubere Versorgungsspannung und sollte in diesem Zusammenhang über den Einsatz einer Drosselspule im Netzteil nachdenken.

Bei mir haben die Geräte ja immer eine geringe Halbwertzeit. Ständig gibt es Neues zu entdecken und auszuprobieren. Ich bin mir aber sicher, dass ich den Hepos nicht mehr so weit weg stellen werde und er sicherlich öfters zum Einsatz kommen wird.

 

Eine Wundertüte mit einem heimlichen Star

Eine Wundertüte mit einem heimlichen Star

Bei diesem Projekt habe ich sehr viel neues ausprobiert. Im Mittelpunkt soll eigentlich der neue, als Nachfolger für die BA3 erdachte, Vorverstärker stehen. Doch auch die Platinen auf den Nebenschauplätzen haben einiges zu bieten.

Für die Steuerung der Lautstärke kommt im Grunde Biino zum Einsatz. Allerdings modifiziert in allen Details. Um verschiedenen Sachen auszuprobieren, habe ich ein neues Relais-Board entwickelt. Hier habe ich untern anderem die Widerstände sehr niederohmig und für gleichbleibende Ausgangsimpedanz ausgelegt. Das hat den Vorteil, dass man so direkt, ohne nachgeschalteten Vorverstärker oder Buffer, eine Endstufe anschließen kann. Leider hat sich der erhoffte klangliche Vorteil bei mir dadurch nicht bestätigt, sodass ich das Konzept nicht weiter verfolgen werde.

Eine weitere Idee, die ich ebenfalls nicht weiter verfolgen werden, ist die Option das Gerät über ein Smartphone zu steuern. Zu diesem Zweck habe ich ein neues Controller-Board entworfen, auf welches ein LAN-Modul gesteckt werden kann. Mit der passenden App ist es dann möglich die Lautstärke zu ändern oder die Eingänge zu wählen. Leider ist das einrichten der App und das Verbinden mit Biino nicht so einfach wie ich mir das wünschen würde. Zu viele Eventualitäten würde zu viele Fragen offen lassen. Ausserdem nervt mich persönlich die Tatsache, dass sich die App jedes mal verbinden muss und so immer ein paar Sekunden vergehen, bis man dann tatsächlich etwas bedienen kann. Da ist mir eine ordinäre Infrarot-Fernbedienung doch lieber.

Als Anzeigeeinheit habe ich mir eine weitere kleine Spielerei gegönnt. Ein normales LCD hat zwar auch gut funktioniert, aber so eine Anzeige mit 5mm-LEDs gibt es halt nicht so oft zu sehen. Wobei, sehen kann man die Anzeige sehr gut. Denn je nachdem wie hell die LEDs sind, kann man die 3,5cm hohen Zeichen über viele Meter erkennen.
Angesteuert werden die LEDs über einen eigenen Controller. Sprich, dazu musste auch eine kleine Software für das Mulitplexing geschrieben werden. Bei so einer einfachen Anzeige hielt sich der Aufwand aber in Grenzen.
Sollte diese Lösung auf Anklang stoßen, wäre ich durchaus geneigt eine Huckepack-Platine für das normale Controller-Board zu entwerfen, welche dann das eigentlich LCD ersetzen könnte. Dann natürlich auch einer Anzeige für den gewählten Eingang.

Alte Bekannte kommen in der  Stromversorgung zum Einsatz. Für den Vorverstärker habe ich die Preamp-PSU genommen. Sie liefert eine Spannung von +/-18V.
Für die Lautstärkeregelung habe ich die Biino-PSU verbaut. Dazu gibt es eigentlich nichts spektakuläres weiter zu berichten.

Kommen wir zum eigentlichen Star des Ensembles, der Vorverstärker. Wie bereits eingangs erwähnt, war ich auf der Suche nach einem Nachfolger für die BA3. Ohne Zweifel ein toller Vorverstärker. Doch die Notwendigkeit, dass man die schwer zu bekommenen JFETs 2SK170 und 2SJ74 verbauen sollte, trüben den Spaß daran. Die neue Schaltung verwendet nur Bauteile, die leicht zu bekommen sind. Dabei muss man trotzdem keine Abstriche beim Klang machen.
Die Schaltung ist wie bei der BA3 symmetrisch und ist vergleichbar mit der Nova-Endstufe. Allerdings wurde hier der Arbeitspunkt für den Betrieb als Vorverstärker angepasst. Erhalten bleiben aber die fantastische Strom-Gegenkopplung und der tolle Klangcharakter.
Aufgebaut wie im Schaltplan gezeigt, hat die Schaltung eine Verstärkung von ca. 10dB (Faktor 2,3). Das kann man bei Bedarf durch tausch einiger Widerstände noch leicht anpassen. Aber ich denke mit 10dB ist man für die meistens Fälle gut gewappnet.

Klanglich bin ich mehr als überzeugt. Die Vorstufe hat eine sehr gute Breiten- und Tiefenstaffelung. Ausserdem überzeugt sie durch eine saubere Sprachwiedergabe ohne jegliche Zischlaute. Das alles gepaart mit einer fantastischen Dynamik. Der Nachbau lohnt sich definitiv.

Auch diesen Monat möchte ich wieder eine Platine an meine Newsletter-Abonnenten verlosen. Der Gewinner wird in zwei Wochen per Email informiert.