Eines meiner großen Laster ist, bereits entschiedene Konzepte kurz vor Ende noch einmal über den Haufen zu werfen und alles anders zu bauen. So auch beim Aikido. Denn mit den eigentlichen Platinen in meinem Testaufbau höre ich jetzt schon eine ganze Weile Musik. Aber eine Planänderung und Lieferschwierigkeiten bei den Platinen haben dazu geführt, dass ich den Artikel verschieben musste. Zum Leidwesen des Hepos. Denn den habe kurzerhand dazwischen geschoben, weswegen die Vorstellung auch etwas schmal ausgefallen ist. Aber es spricht ja auch nichts gegen einen zweiten Teil.

Der Aikido-Preamp ist eine der wenigen modernen Schaltungen, entwickelt vom Röhren-Guru John Broskie. Durch die spezielle Topologie werden Störgeräusche sehr gut unterdrückt, was ich auch bestätigen kann. Wenn ich meine Aufbauten das erste Mal anschließe und einschalte, bin ich immer beruhigt wenn ein leichtes Brummen oder Rauschen aus den Lautsprechern kommt. Das heißt für mich, dass die Anlage an ist und es losgehen kann. Verbunden mit meinen BJT-F5 wahr aber totenstille. Mit leicht flauem Gefühl im Magen die Nadel in die Rille gelegt, Gott sei Dank, es kommen Töne aus den Lautsprechern.

Bei der Spannungsversorgung habe ich auch auf bewährtes zurückgegriffen. Die Hochspannung wird vom Salas HV-Shunt-Regulator zur Verfügung gestellt. Die Schaltung hat eine ausgezeichnete Ripple-Rejection und die Ausgangsspannung lässt sich per Poti auf den gewünschten Wert einstellen.

Die Heizung wird von einer klassischen Spannungsreglerschaltung versorgt. Wobei hier zwei LM350 parallel arbeiten, um den Stromdurst der Röhren zu stillen.

Das Zusatzfeature bei diesem Projekt stellt die „Power-Control“ Platine dar. Sie kontrolliert das Netz- und die Ausgangsrelais. Durch drücken des Tasters auf der Front zieht das Netzrelais an und der Trafo wird mit Strom versorgt. Die Ausgangsrelais ziehen erst an, wenn alle Betriebsspannung stabil anliegen und der Preamp einsatzbereit ist. Diesen Zeitinterval kann man über die Kodierschalter auf der Platine auswählen. Die Aufwärmphase wird durch Blinken des LED-Rings im Taster angezeigt. Sind die Ausgänge freigeschaltet, leuchtet der Ring dauerhaft. Durch erneutes drücken auf den Taster fallen alle Relais sofort ab und das Gerät befindet im Stand-By.

Neues habe ich auch bei der Lautstärkeregelung probiert. Hier kommt ein Stufenschalter mit 24 Positionen von EIZZ zum Einsatz. Das ist zwar nicht unbedingt ein Schnäppchen, aber das Ding hat eine sehr tolle Haptik und verhält sich klanglich sehr neutral. Bisher habe ich den Kauf jedenfalls nicht bereut.

Aber auch insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem Preamp. Klanglich mit das Beste was ich bisher gebaut habe. Das belegen auch die Messergebnisse. Der Klirrfaktor bewegt sich bei niedrigen 0,03% und der Frequenzgang weist auch keine Auffälligkeiten auf.

Als Fazit kann man sagen, dass der Aufwand einer Schaltung mit vier Röhren (plus Gleichrichterröhre) sich durchaus lohnt und der Nachbau sich allemal rentiert.

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