Die F5 von Nelson Pass  ist ohne Frage eine grandiose Endstufe. Doch die Preisentwicklung der Toshiba-Jfets ist alles andere als erfreulich. Wenn man denn überhaupt noch welche aus einer zuverlässigen Quelle bekommen kann. Daher war die Verlockung groß eine Version mit Bipolartransistoren in der Eingangstore auszuprobieren. In den Tiefen von diyaudio.com habe ich einen Schaltungsvorschlag gefunden, der es wert schien ausprobiert zu werden.

Am ursprünglichen Layout der Platinen waren nur ein paar Änderungen notwendig. Somit war die Grundlage schnell geschaffen. Passende Kühlkörper hatte ich auch noch von einem anderen Projekt übrig. Fehlte nur noch ein Gehäuse. Und das war rückwirkend betrachtet auch ein ziemlicher Schnellschuss. Eigentlich lege ich immer viel Wert auf eine saubere Verkabelung. Dadurch, dass sich das Netzteil aber auf der Bodenplatte befindet und die Endstufe am oben liegenden Kühlkörper und das Ganze ja auch irgendwie zusammengeschraubt werden muss, ist das kaum realisierbar. Aber zum Glück sieht man das am Ende ja nicht und das schlechte Gewissen bekommt auch schon irgendwie beruhigt.

Eine kleine Spielerei habe ich mir bei diesem Projekt auch wieder gegönnt. Die beiden kleinen Platinen, welche auf die eigentliche Endstufen-Platine aufgeschraubt sind, dienen zur Anzeige der Temperatur des Kühlkörpers. Durch eine kleine Transistorschaltung wird eine Duo-Led angesteuert. Im kalten Zustand leuchten die LEDs grün, bei Erwärmung geht die Farbe dann über orange zu rot, wenn die Endstufe die Betriebstemperatur erreicht hat.

Aufbau und Einstellung ähneln exakt dem Original. Mit viel Feingefühl und noch mehr Geduld wird über die beiden Potis der Ruhestrom und das DC-Offset eingestellt. Aufgefallen ist mir dabei, dass die Eingangstransistoren hier deutlich auf leichte Temperaturschwankungen, wie z.B. durch einen Luftzug, reagiert und das mit sich ändernder Gleichspannung am Ausgang quittiert. Hier wäre es vielleicht ratsam die beiden kleinen Transistoren auch thermisch zu verbinden.

Hat man alle Einstellungen vorgenommen, steht einem ersten Hörversuch nichts mehr im Wege. Und das ist durchaus lohnenswert. Der Bass spielt sehr druckvoll und auch die Höhen können überzeugen. Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Auch diesen Monat möchte ich wieder einen Platinen-Satz an meine Newsletter-Abonnenten verlosen. Der Gewinner wird in zwei Wochen per Email informiert.

Share This