Bei diesem Projekt habe ich sehr viel neues ausprobiert. Im Mittelpunkt soll eigentlich der neue, als Nachfolger für die BA3 erdachte, Vorverstärker stehen. Doch auch die Platinen auf den Nebenschauplätzen haben einiges zu bieten.

Für die Steuerung der Lautstärke kommt im Grunde Biino zum Einsatz. Allerdings modifiziert in allen Details. Um verschiedenen Sachen auszuprobieren, habe ich ein neues Relais-Board entwickelt. Hier habe ich untern anderem die Widerstände sehr niederohmig und für gleichbleibende Ausgangsimpedanz ausgelegt. Das hat den Vorteil, dass man so direkt, ohne nachgeschalteten Vorverstärker oder Buffer, eine Endstufe anschließen kann. Leider hat sich der erhoffte klangliche Vorteil bei mir dadurch nicht bestätigt, sodass ich das Konzept nicht weiter verfolgen werde.

Eine weitere Idee, die ich ebenfalls nicht weiter verfolgen werden, ist die Option das Gerät über ein Smartphone zu steuern. Zu diesem Zweck habe ich ein neues Controller-Board entworfen, auf welches ein LAN-Modul gesteckt werden kann. Mit der passenden App ist es dann möglich die Lautstärke zu ändern oder die Eingänge zu wählen. Leider ist das einrichten der App und das Verbinden mit Biino nicht so einfach wie ich mir das wünschen würde. Zu viele Eventualitäten würde zu viele Fragen offen lassen. Ausserdem nervt mich persönlich die Tatsache, dass sich die App jedes mal verbinden muss und so immer ein paar Sekunden vergehen, bis man dann tatsächlich etwas bedienen kann. Da ist mir eine ordinäre Infrarot-Fernbedienung doch lieber.

Als Anzeigeeinheit habe ich mir eine weitere kleine Spielerei gegönnt. Ein normales LCD hat zwar auch gut funktioniert, aber so eine Anzeige mit 5mm-LEDs gibt es halt nicht so oft zu sehen. Wobei, sehen kann man die Anzeige sehr gut. Denn je nachdem wie hell die LEDs sind, kann man die 3,5cm hohen Zeichen über viele Meter erkennen.
Angesteuert werden die LEDs über einen eigenen Controller. Sprich, dazu musste auch eine kleine Software für das Mulitplexing geschrieben werden. Bei so einer einfachen Anzeige hielt sich der Aufwand aber in Grenzen.
Sollte diese Lösung auf Anklang stoßen, wäre ich durchaus geneigt eine Huckepack-Platine für das normale Controller-Board zu entwerfen, welche dann das eigentlich LCD ersetzen könnte. Dann natürlich auch einer Anzeige für den gewählten Eingang.

Alte Bekannte kommen in der  Stromversorgung zum Einsatz. Für den Vorverstärker habe ich die Preamp-PSU genommen. Sie liefert eine Spannung von +/-18V.
Für die Lautstärkeregelung habe ich die Biino-PSU verbaut. Dazu gibt es eigentlich nichts spektakuläres weiter zu berichten.

Kommen wir zum eigentlichen Star des Ensembles, der Vorverstärker. Wie bereits eingangs erwähnt, war ich auf der Suche nach einem Nachfolger für die BA3. Ohne Zweifel ein toller Vorverstärker. Doch die Notwendigkeit, dass man die schwer zu bekommenen JFETs 2SK170 und 2SJ74 verbauen sollte, trüben den Spaß daran. Die neue Schaltung verwendet nur Bauteile, die leicht zu bekommen sind. Dabei muss man trotzdem keine Abstriche beim Klang machen.
Die Schaltung ist wie bei der BA3 symmetrisch und ist vergleichbar mit der Nova-Endstufe. Allerdings wurde hier der Arbeitspunkt für den Betrieb als Vorverstärker angepasst. Erhalten bleiben aber die fantastische Strom-Gegenkopplung und der tolle Klangcharakter.
Aufgebaut wie im Schaltplan gezeigt, hat die Schaltung eine Verstärkung von ca. 10dB (Faktor 2,3). Das kann man bei Bedarf durch tausch einiger Widerstände noch leicht anpassen. Aber ich denke mit 10dB ist man für die meistens Fälle gut gewappnet.

Klanglich bin ich mehr als überzeugt. Die Vorstufe hat eine sehr gute Breiten- und Tiefenstaffelung. Ausserdem überzeugt sie durch eine saubere Sprachwiedergabe ohne jegliche Zischlaute. Das alles gepaart mit einer fantastischen Dynamik. Der Nachbau lohnt sich definitiv.

Auch diesen Monat möchte ich wieder eine Platine an meine Newsletter-Abonnenten verlosen. Der Gewinner wird in zwei Wochen per Email informiert.

 

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