Ich bin so überrascht und zugleich begeistert von meiner Gehrungsschablone, dass ich sie hier sofort vorstellen muss. Für die alten Hasen unter euch ist es wahrscheinlich ein ebenso alter Hut, aber für mich ist es eine große Entdeckung.

Mit diesem kleinen Hilfswerkzeug kann man astreine Gehrungsschnitte ohne großen Aufwand und ohne teures Werkzeug herstellen. Alles was man braucht ich eine Kappsäge und einen vernünftigen Winkel.

Als erstes habe ich zunächst bei zwei Brettern jeweils grob eine Gehrung gesägt. Dann habe ich die Stücke im rechten Winkel zueinander und ca. 45° zum Anschlag der Säge auf eine Trägerplatte geleimt. Das war es im Grunde auch schon.

Jetzt kann man schon loslegen und die Leisten für das Gehäuse sägen. Dafür sollte man zuerst ein paar Probeschnitte am jeweils linken und rechten Anschlag machen, um zu überprüfen wie groß der Verschnitt ist. Denn später müssen die Leisten als erstes auf die richtige Länge zugeschnitten werden. Bei mir ist sind es links 2mm und rechts 1mm, die ich pro Schnitt verliere. Will ich ein Gehäuse mit 30cm Kantenlänge, dann brauche ich je zwei Leisten mit 30,4cm und 30,2cm. Hat man das, werden die Bretter von Eins bis Vier durchnummeriert. Teile Eins und Drei werden am linken Anschlag gesägt, Zwei und Vier am rechten.
Beim zusammenleimen kommen dann die Bretter Eins und Drei nach vorne und hinten. Zwei und Vier nach links und rechts. Auf diese Weise kommt es nicht darauf an, ob man genau 45° gesägt hat. Hat die ein Seite z.B. nur 44,9°, wird die andere Gehrung 45,1° haben, was in Summe einen sauberen rechten Winkel ergibt und keine großen Spalte an den Stoßkanten hinterlässt.

Beim verleimen sollte man einen Leim verwenden, der nicht zu schnell abbindet. Ich hatte nur Ponal Express zur Verfügung. Das und eine kleine Unaufmerksamkeit hat dafür gesorgt, dass der Rahmen nicht ganz plan auf der Werkbank auflag und auch keine Korrekturen mehr zuließ. Dadurch ist die Verleimung nicht ganz perfekt geworden. Beim nächsten mal bin ich schlauer. Mit ein wenig Schleifarbeit und dem passenden Finish wird das aber nicht mehr auffallen.

Und bevor die ersten Fragen nach dem Inhalt des Gehäuses aufkommen, dazu wird es in einem der kommenden Artikel einen ausführlichen Bericht geben. Nur so viel sei gesagt: Es handelt sich um eine kleine Röhrenendstufe mit einer PCL86 pro Kanal. Das ganze lässt sich sich sehr leicht aufbauen und ist für knapp 100€ realisierbar.

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